Manchmal, beim Durchblättern der Zeitung, wenn der Blick eilig die Titel überfliegt, macht er halt und legt den Rückwärtsgang ein. Eine Überschrift springt den Leser an: «Täter fotografierte sich selbst». Die Geschichte dahinter: Kürzlich wurde im Kanton Luzern ein 23-jähriger sogenann­ter Einschleichdieb gefasst, nachdem er gleich zwei Kapitalfehler begangen hatte – erstens hatte er das Diebesgut fahrlässig in einem Gebüsch versteckt und zweitens dort eine Kamera liegenlassen, mit der er sich selber fotografiert hatte. Da er vorbestraft war, war seine Festnahme nur eine Frage der Zeit.

Müssten wir Preise für den dümmsten Einbrecher verteilen, käme das Bürschchen, das 2009 einen Imbissstand in Thun heimsuchte, auf Rang zwei. Die Polizei konnte kurz nach der Tat die Beute – Getränke und Süssigkeiten – beim Räuber zu Hause sicherstellen: Der Täter hatte nämlich einen Ausweis am Tatort liegenlassen.

Den dritten Preis der nationalen Bestenliste vergeben wir dem 43-Jährigen, der im vergangenen Juni in ein Bürogebäude in Liestal einstieg. Zum Klauen kam er gar nicht, denn er goss sich erst zwei Flaschen Wein, die er im Büro gefunden hatte, hinter die Binde. Die Polizei konnte ihn am Tatort festnehmen: Er war eingeschlafen.

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Der Gauner lädt zum Tête-à-Tête

Weil die USA das Land der Superlative sind, sind dort natürlich auch die dümmsten Einbrecher zu finden. Wir wollen sie Ihnen nicht vorenthalten: In Iowa wurden zwei Ein­brecher gefasst, weil sie sich mit schwarzem Filzstift maskiert hatten. Es gelang ihnen dann nicht mehr, sich zu demaskieren – der Filzstift war wasserfest.

Noch dümmer, vielleicht aber auch einfach nur sehr verwegen, war der Räuber, der mit zwei Kumpanen auf einem Parkplatz in Ohio das Ehepaar Martinez überfiel. Der 20-Jährige war von den äusseren Reizen des weiblichen Opfers dermassen angetan, dass er die Frau unbedingt wieder­sehen wollte. Im entwendeten Portemonnaie fand er ihre Adresse, und zwei Stunden später klingelte er an ihrer Tür und bat die Frau um ein Date. Sie gab dem Bittsteller einen Korb und der Polizei einen Tipp.

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Unsere Lieblingsgeschichte ist aber folgende: Ein 19-jähriger Räuber hielt in Penn­sylvania einem Mann vor der Herrentoi­lette in einem Kongresszentrum die Pistole an den Kopf und verlangte Bargeld. Das Opfer war ein pensionierter Polizeichef, der im oberen Stock an einem Seminar teilnahm, einer Veranstaltung mit 300 Drogenfahndern. Der Ex-Polizist holte seine 300 Kumpels zu Hilfe, und der Räuber war kurz darauf in Handschellen gelegt.

Manchmal bringen sie uns richtig zum Lachen, die bösen Buben dieser Welt. Eine nicht geringe Leistung in diesen ernsten Zeiten.