Vergleicht man die Positionen, die die Mehrheit der Leserinnen und Leser in zentralen Fragen der Schwei­zer Politik einnimmt, mit jenen der Parteipräsidenten, zeigt sich: Bloss FDP-Chef Fulvio Pelli stimmt so selten mit der Mehrheitsmeinung überein wie SVP-Präsident Toni Brunner.

Die SP schaffts auf Platz zwei

Die wahre Volkspartei ist dagegen eine, der das Volk fehlt: die EVP, die bei den letzten Nationalratswahlen bloss 2,4 Prozent der Wähler hinter sich scharte. Als bürgerlich-soziale Partei stimmt sie am häufigsten mit der Mehrheitsmeinung überein.

Überraschender ist der zweite Platz der SP – gefolgt von den Grün­liberalen. Dass die Sozialdemokraten trotzdem nicht mehr Wähler mobilisieren können, ist für den Politologen Michael Hermann kein Widerspruch: Die Sympathien, die sie in vielen ­sozialen Fragen gewinne, zerstöre sie durch ihre Haltung in der Ausländerfrage. Das erkläre auch, warum die SVP so grossen Zulauf hat, obwohl sie nur in wenigen Fragen Mehrheitspositionen vertrete.