Firmen mit mehr als 50 Mitarbei­tenden sollen IV-Bezüger anstellen müssen. Das verlangt eine knappe Mehrheit der Leserinnen und Leser des Beobachters. Das ist brisant, weil die In­validenversicherung bis 2018 rund 17'000
heutige IV-­Bezüger in den Arbeitsmarkt reintegrieren soll. Das würde die IV um jährlich 500 Millionen Franken entlasten. Das Sozialwerk war 2010 mit rund einer Milliarde Franken in den roten Zahlen, die Schulden belaufen sich auf rund 15 Milliarden Franken. 

Quelle: Thinkstock Kollektion

Das Parlament setzt derzeit auf die Bereitschaft der Arbeitgeber, den IV-Rentnern freiwillig Arbeitsplätze anzubieten. Ob das gelingt, ist umstritten. Ein Anreiz für Unternehmer besteht darin, dass in einer ersten Zeit kein Lohn bezahlt werden muss, und es entstehen keine Versicherungskosten. Aus dem Versuch erwächst auch keine Verpflichtung, den IV-Rentner später definitiv anzustellen. Die Beobachter-Leserinnen und -Leser könnten sich zusätzlich eine steuerliche Begünstigung vorstellen.

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Das benachbarte Ausland setzt derweil auf Quotenregelungen und Strafgebühren für grosse Unternehmen. Die Erfahrungen in Deutschland, Frankreich und Österreich sind allerdings ernüchternd: Die Quote wird nicht eingehalten, weil es viele Arbeitgeber vorziehen, mehrere tausend Euro Strafen pro Jahr zu bezahlen.

Reine Zwangsmassnahmen seien unnütz und würden die Chancen der Behinderten auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich schmälern, kommt denn auch eine OECD-Studie zum Schluss.

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Quellen: Beobachter-Leserbefragung 2011, Parteien; Infografik: Beobachter/dr

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