Doch im Mai erhielt Zimmermann einen Brief von Swiss Olympic. Darin wirft ihm die Dachorganisation der Schweizer Sportverbände Markenschutzverletzung vor: «Das Haflinger-Zentrum hat grundsätzlich keine Nutzungsrechte auf jegliche Begriffe und Symbole im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen.»

Zimmermann traute seinen Augen nicht. Seine «Olympiade» sei ein Spasswettbewerb mit Geschicklichkeitsspielen, der resultierende Gewinn klein. «Mit dem Begriff ‹Olympiade› wollten wir vermitteln, dass der Anlass vielseitig, fair und interessant ist», erklärt Zimmermann. Und: «Wir haben von Anfang an bei Swiss Olympic nachgefragt, ob die Verwendung zum Problem werden könnte.» Damals habe man ihn belächelt: Es interessiere niemanden, ob er den Begriff verwende. Kein Wunder, denn «Olympiaden» dieser Art gibt es Hunderte; gemäss «Brockhaus» «bezeichnet man heute die Olympischen Spiele als Olympiade, ebenso ähnliche (turnusmässige) Veranstaltungen und nichtsportliche Wettbewerbe».

Da Zimmermann bisher nicht auf das Schreiben der Swiss Olympic reagierte, drohte diese Ende Juni mit rechtlichen Schritten. Tatsächlich ist die Marke «Olympiade» beim Schweizerischen Institut für Geistiges Eigentum vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK) registriert. Ob die Marke aber schutzfähig ist, bezweifeln Fachleute. Auch das Wettbewerbsrecht wird wohl kaum verletzt: «Es wird schwierig sein, eine unlautere Bezugnahme oder Irreführung rechtlich nachzuweisen», sagt Rechtsanwalt Matthias Ebneter, Spezialist für Fragen des Werbe- und Kommunikationsrechts. «Dies vor allem, weil der vom Veranstalter angesprochene Personenkreis den Begriff ‹Olympiade› nicht ohne weiteres mit dem IOK in Verbindung bringt.»

Swiss Olympic sieht das anders: «Es ist nicht möglich, eine Ausnahme zu machen, da es sich bei der vom Haflinger-Zentrum veranstalteten ‹Olympiade› um eine kommerzielle Veranstaltung handelt», sagt Claudia Imhasly, Medienverantwortliche bei Swiss Olympic. Doch im Zuge der Beobachter-Recherche schlägt Imhasly dann sanftere Töne an: «Wir sind sehr daran interessiert, zusammen mit den Veranstaltern eine für alle annehmbare Lösung zu finden.»

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