Es war auf einer Bergwanderung 1994, als die 14-jährige Christin Imhof kaum noch atmen konnte. Bei einer Routineuntersuchung in der Schule stellte sich dann heraus, dass die Atemnot nicht auf fehlende Kondition, sondern auf eine Verkrümmung der Wirbelsäule zurückzuführen war; diese drückte gegen ihre Lungen.

Im Jahr darauf liess sich Christin Imhof im Kinderspital Basel erstmals operieren. Die Ärzte setzten ihr eine Titanstange in den Rücken, die die so genannte Skoliose korrigieren sollte. Zudem musste die junge Patientin ein halbes Jahr lang ein Korsett tragen. Doch nur vier Jahre später brach die Stange. Imhof, inzwischen in der Ausbildung zur Krankenschwester, musste in Basel erneut auf den Operationstisch, wieder gabs ein Korsett – und wieder brach die Stange. Diesmal zwei Jahre nach dem Eingriff.

Christin Imhof war mehrere Wochen arbeitsunfähig. Sie verlangte vom behandelnden Arzt eine Stellungnahme. «Er sagte nur, dass er mir beim nächsten Mal zwei Stangen einsetzen würde», erinnert sie sich; genau das hatte sie sich bei der zweiten Operation gewünscht. Ihrer Mutter schaltete via Beobachter einen Anwalt ein, um den Mediziner zur Rechenschaft zu ziehen.

Letztes Jahr kam das Urteil: Rund 15’000 Franken Genugtuung und Schadenersatz musste das Spital zahlen. Christin Imhof: «Wichtiger als das Geld war mir zu sehen, dass auch ich als Normalbürgerin meine Rechte wahrnehmen kann.» Die Stange wurde mittlerweile entfernt – die Rückenbeschwerden sind fast verschwunden.