Der Aargauer Arzt Ingo Malm darf keine Patienten mehr behandeln. Nach dem Kanton Aargau hat ihm auch Zürich die Bewilligung zur Berufsausübung ent­zogen, wie Dani Winter, Sprecher der Zürcher Gesundheitsdirektion, bestätigt. Beide Kantone werfen dem 57-jährigen Leiter einer Gemeinschaftspraxis auf dem Mutschellen «fehlende Vertrauenswürdigkeit» vor.

Anlass für die Untersuchungen waren diverse Vorwürfe, die Vorgänge im Kanton Aargau betreffen. So machte der Beobachter im März den Fall eines 27-jährigen Patienten öffentlich, dem der Arzt wiederholt Gewebe entfernt und dieses falsch beurteilt hatte. Die Proben waren nie von einem Labor untersucht worden. Heute leidet der Familienvater an einer schweren Krebserkrankung.

Verfahren wegen Ritalinverkäufen

Im Herbst berichtete der «Kassensturz» über unerlaubte Ritalinverkäufe an Drogenabhängige. Dafür muss sich Malm im Juni vor Gericht verantworten. Ein weiteres Verfahren betrifft Abrechnungen für Behandlungen, die nie stattgefunden haben sollen. Wegen hoher Kosten wird Malms Praxis zudem vom Krankenkassenverband Santésuisse durchleuchtet.

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Eine Bewilligung für den Kanton Zürich benötigte der in Deutschland wegen Finanzdelikten vorbestrafte Malm, weil er als leitender Arzt des Notfalldienstes Intermedic regelmässig an Grossveranstaltungen im Kanton im Einsatz stand.

Gegen die Verfügungen der Gesundheitsdirektionen will Ingo Malm rechtliche Schritte einleiten, wie seine Anwälte bestätigen. Er sieht sich als Opfer ungerechtfertigter und noch nicht abgeklärter Vorwürfe. Bis rechtskräftige Entscheide vorliegen, will er darum aufschiebende Wirkung für die Verfügungen verlangen. Andernfalls dürfte er ab Ende Juni nicht mehr praktizieren.