Sie hatten gemäss Staatsanwalt mit fingierten Rechnungen veranlasst, dass knapp 1,1 Millionen Franken an die drei Trägerverbände der CRB flossen, nämlich an den Bund Schweizer Architekten (BSA), den Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) und den Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA). Dies, «ohne dass die Trägerverbände in diesem Zeitraum entsprechende Gegenleistungen erbracht hatten», wie es in der Anklageschrift heisst.

Die drei Angeklagten weisen jegliche Schuld von sich. Mit den jährlichen Zahlungen an die Verbände sei «deren bedeutendes Engagement im Ausschreibungsbereich» unterstützt worden, schreiben sie in einer Mitteilung. «Diese Zahlungen sind vom Gesamtvorstand und von den jeweiligen Generalversammlungen genehmigt worden.»

Ins Rollen gebracht hatte die Affäre Ex-CRB-Geschäftsführer Reto Meyer, der die Zahlungen kritisch hinterfragt hatte (Beobachter Nr. 18/03, Nr. 10/04). Meyer wurde darauf entlassen, weil er, wie er vermutet, «den Zahlungen im Weg stand». Die CRB-Spitze bestreitet diesen Zusammenhang, will aber den Ex-Angestellten, der 2004 für den Prix Courage nominiert wurde, zumindest intern zum Schweigen bringen: Gegen Meyer läuft ein Verbandsausschlussverfahren.

Anzeige