Im Februar 2004 hatte die IV einem damals 62-jährigen Versicherten zwei Hörgeräte finanziert. 16 Monate später verlor dieser eines davon, besorgte sich ein neues und verlangte von der IV, dass sie die Kosten übernehme.

Doch die IV war nicht bereit, diese vollumfänglich zu tragen. Gemäss Gesetz kann von einem Versicherten bei schwerer Verletzung der Sorgfaltspflichten verlangt werden, einen Teil der Kosten für die Neuanschaffung eines Hilfsmittels zu übernehmen. Dabei gilt ein strenger Massstab: Wer von der IV einen Gegenstand, wie etwa ein Hörgerät, erhalten hat, muss diesen so achtsam behandeln, wie wenn er bei dessen Verlust den Ersatz selber bezahlen müsste.

Der Mann hatte erklärt, dass er das Hörgerät spätabends statt am üblichen Ort irgendwo zu Hause abgelegt habe und es am nächsten Tag nicht mehr habe finden können. Das höchste Gericht befand, dass er dadurch das notwendige Mass an Sorgfalt nicht angewandt hatte, und verpflichtete ihn, fast zwei Drittel der Kosten für die Neuanschaffung selber zu tragen.

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Bundesgericht, Urteil vom 28. August 2007 (I375/06)