Des zu nahen Auffahrens macht sich schuldig, wer die «1⁄2-Tacho-Regel» nicht beachtet: Bei 120 km/h muss der Abstand zum Vordermann mindestens 60 Meter betragen, was 1,8 Sekunden entspricht. Um aus der einfachen Verkehrsregelverletzung eine grobe zu machen, wurde die «1⁄6-Tacho-Regel» ins Leben gerufen. Weniger als 20 Meter Abstand bei 120 Kilometern pro Stunde gilt somit bereits als Vergehen. Das Bundesgericht bestätigte schon mehrfach, dass die Anwendung dieser Regel durch die kantonalen Behörden zumindest nicht bundesrechtswidrig ist.

In einem neuen Entscheid hat es diese Praxis bestätigt. Dort ging es um einen Polizisten, der auf der Autobahn einen Fahrer verfolgte, der zuvor ebenfalls zu wenig Abstand hielt. Dabei fuhr der zivile Polizeiwagen mehreren anderen Autos deutlich zu dicht auf – einem davon etwa fünfeinhalb Meter bei 132 Kilometern pro Stunde.

Nach der «1⁄6-Tacho-Regel» lag eine grobe Verletzung von Verkehrsregeln vor. Dass die Strecke mit weniger als 500 Metern eher kurz war, änderte nichts an dieser Beurteilung. Eine dringliche Dienstfahrt anerkannte das Bundesgericht nicht, weil es an der Verhältnismässigkeit fehlte. Denn es ging nur noch um die Feststellung der Identität des Verkehrssünders, nicht etwa um Rettung von Menschenleben oder die Abwendung einer Gefahr.

Anzeige

Bundesgericht, Urteil vom 13. August 2009 (6B_288/2009)