Eine Türkin hatte 2003 einen in der Schweiz lebenden Landsmann ­geheiratet und 2004 die Aufenthaltsbewilligung erhalten. Ihr Ehemann wurde kurz darauf eingebürgert.

Im November 2004 kam die Tochter zur Welt, die ebenfalls über die Schweizer Staatsbürgerschaft verfügt. Der Ehemann verstarb 2005. Als die Frau 2006 ihre Aufenthaltsbewilligung verlängern wollte, bekam sie von Bundesbehörden und Bundesverwaltungsgericht abschlägigen Bescheid: Sie sei nur kurz verheiratet gewesen, und für sie und ihr Kind sei die Rückkehr in die Türkei zumutbar.

Doch das Bundesgericht stellte nun fest, dass ein Kind zwar das Lebens­schicksal der Eltern zu teilen und diesen gegebenenfalls ins Ausland zu folgen habe. Aber die Rechte des Kindes, auch auf Schutz des Fami­lienlebens, dürften dabei nicht verletzt werden. Die inzwischen dreieinhalbjährige Tochter habe ein offenkundiges Interesse daran, in der Schweiz zu leben, um von den hiesigen Ausbildungsmöglichkeiten und Lebensbedingungen profitieren zu können. Da gegen die ausländische Mutter des Schweizer Kindes nichts Negatives vorliege, sei die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.

Bundesgericht, Urteil vom 27. März 2009 (2C_353/2008)