Das Bundesgericht hat bestätigt, dass die fehlende Beziehung zwischen Kind und nicht sorgeberechtigtem Vater kein Grund für die Verweigerung des persönlichen Kontakts ist.

Konkret ging es um den Vater eines heute Zehnjährigen. Die Mutter lehnte Besuche des Erzeugers mit der Begründung ab, Vater und Kind seien einander fremd. Der Vater hätte dem Kind weder Briefe geschrieben noch ihm angerufen und ihm keine Geschenke gemacht. Der Stiefvater des Kindes hätte zudem die Rolle des Vaters übernommen. Jetzt hat der Vater seinen Kontakt zum Kind gerichtlich erwirkt.

Dass der leibliche Vater und das Kind einander fremd sind, hat dem Bundesgericht zufolge nicht unbedingt Schwierigkeiten beim Besuchsrecht zur Folge. Dies gelte namentlich dann, wenn dem Kind altersgerecht vermittelt wird, dass Mutter und Stiefvater seine Hauptbezugspersonen bleiben und der Kontakt zum Vater nichts an seiner bisherigen familiären Situation ändert. Das Bundesgericht schützte den kantonalen Entscheid, der dem Vater im ersten Jahr ein begleitetes Besuchsrecht und danach ein Besuchsrecht von monatlich einem Wochenende neben einem Ferienrecht von zwei Wochen gewährte.

Bundesgericht, Urteil vom 14. Mai 2004 (5C.69/2004)

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