Nach Schweizer Adoptionsrecht steht die Adoption eines Stiefkindes nur Eheleuten zu. Andernfalls erlöscht bei einer Adoption das Kindesverhältnis zu den bisherigen Eltern.

Die Familie wandte sich daraufhin an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Dieser stellte Ende 2007 einstimmig fest, dass der Entscheid des Bundesgerichts das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens verletzt hatte, die Frau also trotz Adoption die Tochter ihrer Mutter bleiben muss. Mit diesem Verdikt gelangten das Paar und die Tochter erneut ans Bundesgericht, das sein ursprüngliches Urteil nun notgedrungen aufheben musste. Dabei stellte das Bundesgericht jedoch klar, dass die Zulassung der Stiefkindadoption durch ein Konkubinatspaar nur in diesem Spezialfall geboten sei. Es liess damit durchblicken, dass eine generelle Zulassung der Stiefkindadoption für Konkubinatspaare einer Gesetzesänderung bedürfte.

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Bundesgericht, Urteil vom 18. Juli 2008 (5F_6/2008)