Im konkreten Fall war ein Automobilist mit Tempo 80 statt 50 unterwegs. Das wurde als schwerer Fall taxiert, weshalb das Strassenverkehrsamt Zürich einen dreimonatigen Ausweisentzug anordnete. Dagegen beschritt der Fahrer den Rechtsweg, worauf das Verwaltungsgericht die Entzugsdauer auf zwei Monate reduzierte. Begründung: Die Vorinstanzen hätten das Beschleunigungsgebot verletzt – das Verfahren vor der Sicherheitsdirektion dauerte rund vier, dasjenige vor dem Regierungsrat 13 Monate.

Gegen diesen Entscheid erhob das Bundesamt für Strassen erfolgreich Beschwerde beim Bundesgericht. Unter dem alten Recht konnte die Mindestentzugsdauer unterschritten werden, wenn seit der Widerhandlung verhältnismässig lange Zeit ver-strichen war. Das gilt seit 2005 nicht mehr, sagt jetzt das Bundesgericht. Daher hielt das höchste Gericht fest, dass die Vorinstanzen den Anspruch des Betroffenen auf Beurteilung innert angemessener Frist zwar verletzt haben – die Dauer des Führerausweisentzugs erhöhte es aber wieder auf drei Monate.

Bundesgerichtsentscheid vom 1. September 2009 (1C.130/2009)