Ein Klavierlehrer aus Freiburg darf sein Lehrdiplom nach einem Entscheid des Bundesgerichts behalten. Der Musiker hatte im Rahmen der Abschlussprüfung keinen Klaviervortrag vor Publikum gehalten, obwohl das Prüfungsreglement das vorsieht.

Der Musiker hatte die  vierjährige Ausbildung am Konservatorium Freiburg erfolgreich absolviert. Nur den öffentlichen Klaviervortrag, der zur Abschlussprüfung gehört, bestand er zunächst nicht. Die Prüfungskommission bot ihm an, er könne die Prüfung unter Ausschluss der Öffentlichkeit wiederholen. Diesmal bestand er das Examen und erhielt die schriftliche Bestätigung des Konservatoriums. Die kantonale Erziehungs­direktion weigerte sich jedoch, das Diplom auszustellen, weil der Klaviervortrag nicht öffentlich erfolgt sei.

Das Bundesgericht hat dem Musiker nun Recht gegeben und die kantonale Behörde angewiesen, das Lehrdiplom auszustellen. Die Prüfung habe zwar nicht den rechtlichen Vorgaben entsprochen, die Prüfungskommission selbst aber habe die zweite Prüfung vorgeschlagen. Zudem seien die Schüler verschiedentlich nicht gesetzeskonform geprüft worden. Der Musiker habe deshalb zu Recht darauf ­vertrauen dürfen, dass das Angebot der Prüfungskommission, die Prüfung ohne Publikum zu wiederholen, zulässig sei.

Bundesgericht, Urteil vom 16. Dezember 2010 (2C_120/2010)