Ein Student der Uni Zürich stellte am 14. Dezember 2010 das Gesuch, nicht zu den Prüfungen vom 22. und 23. Dezember gehen zu müssen. Er leide an einem starken Tinnitus und sei wegen des Pfeifens im Ohr ausser­stande, die Prüfungen abzulegen. Er werde ein ärztliches Zeugnis nachreichen.

Zwei Tage darauf zog er das Gesuch zurück und legte am 22. Dezember die erste Prüfung mit Erfolg ab. Zur Prüfung am folgenden Tag erschien er aber unentschuldigt nicht und bekam die schlechteste Note, die 1.

Im folgenden Juni fiel der Student durch eine andere Prüfung und erhielt den ­Bescheid, er werde wegen zu vieler Fehlversuche vom Studium ausgeschlossen. ­Daraufhin verlangte er vor allen kantonalen Instanzen, sein ursprüngliches Abmeldungsgesuch sei rückwirkend zu bewilligen, da ein Härtefall vorliege.

Das Zürcher Verwaltungs­gericht stellte letztinstanzlich fest, der Student habe sich erst im Juli 2011 auf ­seine Erkrankung berufen. Das sei zu spät; er habe sein Recht verwirkt, die Annulla­tion der Prüfung zu verlangen. Dass er bereits einen Grossteil des Studiums ­hinter sich hatte, begründe keinen Härtefall. Der Student sei vom Ausschluss genauso betroffen wie alle anderen Studierenden, die Prüfungen nicht bestehen und das Studium unfreiwillig beenden müssen.

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Zürcher Verwaltungsgericht, Urteil vom 22. August 2012 (VB.2012.00278)