Eine Arztsekretärin arbeitete seit Juni 2003 in einer Klinik. Im Juni 2004 wurde das Arbeitsverhältnis ordentlich gekündigt. Während der Kündigungsfrist kam es zwischen der Sekretärin und ihrer Vorgesetzten zu Differenzen. Die Vorgesetzte verlangte einige Korrekturen an einer Telefonliste, die zuvor von der Arztsekretärin aktualisiert worden war. Daraufhin rief diese ihrer Vorgesetzten vor anderen Mitarbeiterinnen und Patienten laut zu: «Sie können mich langsam…» Die Vorgesetzte entliess die Sekretärin noch am gleichen Tag fristlos.

Die Arztsekretärin reichte beim Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden Klage ein und verlangte eine Zahlung von 22'600 Franken. Das Gericht befand, dass die gemachte Äusserung kein Grund für eine fristlose Kündigung sei, und hiess die Klage teilweise gut.

Anderer Auffassung waren das Obergericht Appenzell Ausserrhoden und das Bundesgericht. Die fristlose Entlassung ohne vorgängige Verwarnung sei ­gerechtfertigt gewesen, hält das oberste Gericht fest. Die Sekretärin habe ihre Chefin beschimpft und die Autorität ihrer Vorgesetzten beziehungsweise der Klinik untergraben. Eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses sei der Klinik deshalb nicht mehr zuzumuten gewesen.

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Bundesgericht, Urteil vom 28. Juni 2006 (4C.154/2006)