Im Gesetz wird festgehalten, dass sich der zu teilende Betrag aus der Differenz zwischen den Guthaben zum Zeitpunkt der Scheidung und dem der Eheschliessung ergibt.

Nun hatte das Bundesgericht zu beurteilen, ob auch die während einer langjährigen Trennung geäufneten Beträge zu teilen sind. Ein Ehemann hatte eine Kürzung um einen Drittel verlangt, weil die Ehefrau ihn und die Kinder nach 22 Jahren Ehe verlassen habe, um ihren eigenen Interessen nachzugehen. Er empfand es als ungerecht, auch seine während der elfjährigen Trennungszeit angesparte Vorsorge mit ihr teilen zu müssen.

Das Bundesgericht lehnte sein Begehren ab und bestätigte den klaren Wortlaut des Gesetzes, wonach es für die Berechnung der zu teilenden Guthaben stets auf die gesamte Ehedauer ankommt. Unmassgeblich seien allfällige Verschuldensfragen, so die Richter. Selbst wenn ein Ehegatte den anderen und die Kinder ohne Begründung verlässt, ist eine Kürzung der Ansprüche nicht möglich.

Bundesgericht, Urteil vom 14. Mai 2007 (5C.238/2006)