Ein Elektromonteur und ehemaliger Kunstturner wollte im Traum ­seiner Tochter einen Flickflack vorführen – einen Handstandüberschlag rückwärts. Er habe etwas prahlen wollen und seine Arme ­heftig nach hinten bewegt. Vermutlich sei er am zu grossen Bett­anzug hängengeblieben, schilderte der Mann später den Hergang. Er renkte sich dabei die Schulter aus und musste notfallmässig operiert werden. Die Suva verweigerte die Zahlung, weil der Vorfall weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung sei.

Bewusste Steuerung unmöglich

Das Bundesgericht wies die Beschwerde der Suva ab. Im Schlaf sei eine bewusste Steuerung des Körpers nicht möglich. Daher ­liege sehr wohl ein «gesteigertes Schädigungspotential» vor. Der Mann habe glaubhaft dargelegt, dass er bei der Ausführung des Flickflacks an der Bettdecke hängengeblieben sei, deshalb sei auch das Kriterium der besonderen «Sinnfälligkeit» erfüllt. Laut Bundesgericht ist «mit über­wiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es bei dem Geschehen zu ­einer mehr als physiologisch ­normalen und psychologisch ­beherrschten ­Beanspruchung des Körpers» ­gekommen ist. Dafür spreche auch die Art und Schwere der Verletzung. Das Bundesgericht teilt die Auffassung der Vorin­stanz, dass eine versicherte «unfallähnliche Körperschädigung» ­vorliegt. Die Suva muss die Kosten übernehmen.

Bundesgericht, Urteil vom 9. Oktober 2012 (8C_445/2012)