Die ganze Familie erhob dagegen Einspruch und zog den Fall bis vor Bundesgericht - jedoch ohne Erfolg. Die Lausanner Richter argumentierten, dass bei einer Adoption das Kindesverhältnis zu den bisherigen Eltern automatisch erlösche. Das Gesetz sehe eine einzige Ausnahme vor, nämlich wenn ein Kind vom Stiefvater oder der Stiefmutter adoptiert werde. Dies gelte aber nur für verheiratete Paare und könne nicht auf Konkubinatspaare ausgeweitet werden.

Die Familie gab nicht auf und wandte sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Dieser ist nun einstimmig zum Schluss gekommen, dass die junge Frau die Tochter ihrer Mutter bleiben muss. Das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens würde verletzt, wenn sie bei der Adoption das Kindesverhältnis zur Mutter verlieren würde.

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Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 13. Dezember 2007 (39051/03)