An einem Fussballspiel zwischen GC und dem FC Zürich warf ein FCZ-Fan gezielt eine Seenotfackel mitten unter die GC-Fans. Solche Fackeln brennen etwa eine Minute lang bei Temperaturen von bis zu 2000 Grad. Beim selben Spiel war er bereits in eine Schlägerei verwickelt, und er hatte auch bei anderen Spielen schon Fackeln gezündet. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte ihn unter anderem wegen versuchter einfacher Körperverletzung und Gefährdung des Lebens zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer Busse von 500 Franken. Der Verurteilte gelangte ans Obergericht und beantragte, er sei lediglich wegen versuchter einfacher Körperverletzung schuldig zu sprechen. Das Obergericht sprach ihn der versuchten schweren und versuchten einfachen Körperverletzung schuldig. Die Strafe blieb unverändert.

Keine Verschlechterung

Der Fan gelangte ans Bundes­gericht und machte geltend, dass die Vorinstanz das Verschlechterungsverbot gemäss Strafprozessordnung verletzte. Das höchste Gericht hiess die Beschwerde gut. Es hielt fest, dass dieses Prinzip die Änderung eines vorinstanz­lichen Entscheids zum Nachteil des Beschuldigten verbietet, wenn nur dieser das Rechtsmittel ergriffen hat, nicht aber die Staatsanwaltschaft. Das gelte nicht nur für die Höhe der Strafe, sondern auch für die strengere Tatqualifikation – schwere statt einfache Körper­verletzung.

Bundesgericht, Urteil vom 11. Juli 2014 (6B_772/2013)