Es ging um einen Fall, in dem die Eltern nach der Trennung mit den beiden Söhnen weiter in Brasilien lebten. 2006 reiste der Vater mit den Jungen für Ferien in die Schweiz, kehrte aber nicht zurück.

Brasilien meldete der Schweiz die Kindesentführung, worauf die Aargauer Behörden den Vater verpflichteten, die Kinder zurück zur Mutter zu bringen. Der Vater machte geltend, gemäss Haager Kindesentführungsübereinkommen könne das Gericht die Rückführung eines Kindes ablehnen, wenn dieses sich widersetze. Daher hätten seine neun- und siebenjährigen Söhne vom Gericht an­gehört werden müssen. Kinder ab sechs Jahren würden in einem Scheidungsverfahren ja auch befragt.

Die Bundesrichter sahen das anders. Wo und bei welchem Elternteil die Kinder leben werden, sei von den brasilianischen Gerichten zu entscheiden. Beim Rückführungsverfahren gehe es einzig darum, den aufenthaltsrechtlichen Status, wie er vor der Entführung war, wiederherzustellen. Dies könne von kleine­ren Kindern nicht erfasst werden. Sie seien dazu erst ab dem elften oder zwölften Lebensjahr fähig.

Bundesgericht, Urteil vom 13. Februar 2007 (5P.3/2007)