Entlässt ein Arbeitgeber einen Angestellten fristlos, ohne dass ein wichtiger Grund vorliegt, muss er den Lohn bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist und eine Entschädigung von bis zu sechs Monatslöhnen zahlen.

Eine solche Entschädigung forderte auch eine Arbeitnehmerin, die von sich aus fristlos gekündigt hatte. Sie tat dies zu Recht, denn ihr Arbeitgeber hatte den Lohn nicht mehr bezahlt. Das Bundesgericht lehnte ihre Forderung nach einer Entschädigung jedoch ab. Die Begründung: Die ungerechtfertigte fristlose Entlassung eines Angestellten durch den Arbeitgeber und die gerechtfertigte fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer seien zweierlei Dinge, die der Gesetzgeber unterschiedlich geregelt habe. Während die ungerechtfertigte fristlose Entlassung dem Ansehen des betroffenen Arbeitnehmers schade, sei dies bei einer eigenen sofortigen Vertragsauflösung nicht der Fall. Es sei daher gerechtfertigt, diese beiden Situationen unterschiedlich zu behandeln.

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Bundesgericht, Urteil vom 16. Oktober 2007 (4A_157/2007)