Eine deutsche Passagierin wollte mit der Air France von Bremen über Paris und Brasilien nach Asunción in Paraguay fliegen. Da der Flug in Deutschland mit einer Verspätung von zweieinhalb Stunden startete, verpasste sie ihre beiden Anschlussflüge und kam erst mit einer elfstündigen Verspätung am Zielort an.

Als Entschädigung für diese Verspätung verlangte die Reisende von der Airline 600 Euro. Dabei stützte sie sich auf die EU-Verordnung Nr. 261 / 2004, die auch für die Schweiz gilt. Sie besagt, dass je nach Flugdistanz ein Anspruch auf Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro besteht, wenn die Verspätung mindestens drei Stunden beträgt.

Doch die Air France weigerte sich zu zahlen – mit der Begründung, entscheidend sei nicht die Ver­spätung bei der Ankunft, sondern beim Abflug, und die habe weniger als drei Stunden betragen.

Der Europäische Gerichtshof hat anders entschieden: «Die Ausgleichszahlung hängt nicht vom Vorliegen einer Verspätung beim Abflug ab. Entscheidend ist einzig die Ankunftszeit am Zielort.»

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Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 26. Februar 2013 (C-11/11)