Eine Frau beanstandete, der Apfelbaum ihrer Nachbarn stehe zu nah an der gemeinsamen Grundstücksgrenze. Später erhob sie den Vorwurf, die Nachbarn hätten ihre 30 Himbeerstauden mit Unkrautvertilger besprüht und dadurch zerstört.

Die Frau forderte, der Baum, der 2,06 Meter von der Grenze entfernt steht, müsse auf den gesetzlichen Grenzabstand von drei Metern versetzt werden. Und sie verlangte Schadenersatz von rund 1000 Franken – wegen Ernteausfall bei den Beeren.

Das Bundesgericht wies die Klagen ab, soweit es darauf eintrat. Kantonale Gerichte hatten bereits entschieden, ein Baum, der auf drei Meter Höhe zurückgeschnitten wird, gelte als Zwergobstbaum; die Abstandsbestimmung für Hochstämmer gelte nicht. Gerichte dürfen nicht zweimal über denselben Sach­verhalt entscheiden, stellte das Bundesgericht klar.

Den Gifteinsatz gegen die Himbeeren konnte die Frau nicht beweisen, so dass auch diese Klage erfolglos blieb. Die Frau muss nun in den sauren Apfel beissen und 2000 Franken Gerichtskosten zahlen.

Bundesgericht, Urteil vom 18. November 2011 (5D_184/2011)