Ein Golfer spielte auf einem Platz im Zürcher Oberland. Bei Abschlag 9 traf er den Ball nicht richtig. Er warnte zwar mit dem Golfer-Warnruf «Fore», dennoch traf der Ball einen Spieler, der etwa 60 Meter entfernt bei Abschlag 7 stand. Der Getroffene erlitt Verletzungen an Unterlippe und Zähnen. Er erstattete Strafanzeige wegen fahr­lässiger Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft See/Oberland weigerte sich, auf das Verfahren einzutreten. Ein solcher Unfall gehöre zum sportspezifischen Risiko, das wisse jeder Golfer.

Erst das Bundesgericht hat der Anzeige nun stattge­geben und entschieden, dass eine Straf­untersuchung durchgeführt werden muss. Auf einem Golfplatz bestehe zwar immer eine gewisse gegenseitige Gefährdung. Aber es sei fraglich, ob abgeschlagen werden dürfe, wenn andere Spieler sich in der Nähe aufhielten. Hobby­golfer müssten beim Abschlag stets damit rechnen, dass ihr Ball vom Ziel abweiche und an­dere in Gefahr bringe.

Um abzuklären, ob der missglückte Abschlag durch das im Golfsport liegende Risiko gedeckt oder strafrechtlich relevant ist, muss die Staatsanwaltschaft zwingend eine Strafuntersuchung durchführen. Sie muss zudem abklären, ob die Erbauerin des Platzes die Sicherheitsregeln berücksichtigt hat und ob Warntafeln oder Fangnetze hätten installiert werden müssen.

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Bundesgericht, Urteil vom 7. Juni 2012 (1B_156/2012)