Eine GmbH verkaufte ein Grundstück, auf dem sie bereits mit dem Bau eines Hauses begonnen hatte. Als der Käufer den öffentlich beurkundeten Kaufvertrag unterschrieb, war das Haus fast fertig, es fehlten aber noch Umgebungsarbeiten. Zudem lag das Erdgeschoss 50 Zentimeter höher als der Garten.

Der Käufer weigerte sich, den vollen Kaufpreis zu zahlen, und behielt 30'000 Franken zurück. Das Haus sei ­wegen des Niveauunterschieds mangelhaft und der Garten unvollendet. Die Verkäuferin beharrte auf dem Restbetrag und gelangte bis ans Bundesgericht. Der Käufer seinerseits erhob Widerklage und forderte 15'000 Franken Schadenersatz.

Die Vorinstanzen wie auch das Bundesgericht gaben dem Käufer vollumfänglich Recht. Sie stellten fest, dass der Schaden für die noch nötigen Garten­arbeiten und die Anhebung des Terrains mindestens 45'000 Franken betrage.

Die Verkäuferin hatte vorgebracht, dass der Käufer gar keinen Schaden erlitten habe, da er am Ende auf die Nachbesserung durch sie verzichtet habe. Diesen Einwand liessen die Richter nicht gelten. Die Verkäuferin habe durch ihr Verhalten gezeigt, dass sie nicht nach­bessern wolle. Eine weitere Frist zur Nachbesserung hätte sich als unnütz erwiesen. Der Käufer erhält die 15'000 Franken Schadenersatz.

Bundesgericht, Urteil vom 20. August 2012 (4A_702/2011)