Eine junge Frau aus Togo hatte 2002 einen Schweizer geheiratet. Seit 2009 ist das Paar getrennt. Der Mann lebt in Togo, die Frau im Kanton Waadt, wo sie als Küchen­hilfe arbeitet.

2010 weigerte sich die Waadtländer Behörde, die Aufenthaltsbewilligung der Frau zu verlängern. Da sie nicht mehr mit ihrem Mann zusammenlebe, sei der Grund für die Aufenthalts­bewilligung zum Zweck der Ehe dahingefallen. Zudem sei sie nicht genügend inte­griert. Das Kantonsgericht stützte diesen Entscheid. Die Frau übe als Küchenhilfe eine nur wenig qualifizierte Arbeit aus und habe sich in der Schweiz kein soziales Umfeld aufgebaut.

Anders sieht es das Bundesgericht. Dass die Frau keinen grösseren Freundes- oder Bekanntenkreis aufgebaut habe, sei noch kein Beweis für eine ungenügende ­Integration. Und bezüglich der Arbeit sei für eine gute Integration keine brillante berufliche Karriere nötig. Entscheidend ist laut Bundes­gericht vielmehr, dass die Frau selber für ihre Bedürfnisse aufkommen kann, nicht auf Kosten der Sozialhilfe lebt und sich nicht verschuldet.

Das Kantonsgericht muss den Fall nun neu beurteilen. Es muss noch prüfen, ob das Ehepaar mindestens drei Jahre in der Schweiz gelebt hat, wie für diese Art der Aufenthaltsbewilligung verlangt wird.

Bundesgericht, Urteil vom 11. Oktober 2011 (2C–430/2010)