Wer Leistungen der IV beantragt, wird in der Regel zu einer medizinischen Begutachtung geschickt. Einen Anwalt darf man zu der Untersuchung nicht mitnehmen, entschied das Eidgenössische Versicherungsgericht.

Im konkreten Fall kündigte der Rechtsbeistand einer Versicherten an, er werde seine Klientin begleiten. Der Chefarzt der Abklärungsstelle und daraufhin auch die IV-Stelle lehnten dies jedoch ab, was vom kantonalen Gericht und nun auch von den eidgenössischen Richtern bestätigt wurde.

Denn es sei klar zu unterscheiden zwischen einer Verhandlung vor einem Gericht oder einer Behörde einerseits und einer Begutachtung durch Experten anderseits. Bei Ersterer darf ein Rechtsbeistand die Interessen des Klienten auch einseitig vertreten und allenfalls intervenieren. Bei der Begutachtung ist die versicherte Person jedoch nicht Verfahrenspartei, sondern quasi Begutachtungsobjekt, und es soll eine möglichst objektive Beurteilung ohne äussere Einflussnahmen vorgenommen werden. Zudem wird erwähnt, dass eine Zulassung der Anwälte zur Begutachtung die Suche nach Gutachtern sehr erschweren würde.

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Bundesgericht, Urteil vom 14. August 2006 (I 650/05)