Konkret ging es vor Bundesgericht um ein achteinhalbjähriges Mädchen, das vom zehnten Lebensmonat an rund sieben Jahre bei den Pflegeeltern lebte und seit 2008 bei seiner leiblichen Mutter wohnt. Die Ex-Pflegeeltern verlangten von der Mutter vierteljährlich schriftliche Informationen über die Entwicklung des Kindes, unter Beilage eines aktuellen Fotos. Weiter sollte ein Besuchsrecht in die Wege geleitet werden. Sowohl die Vormundschaftskommission wie auch das Obergericht als zweite Instanz gaben den Pflegeeltern recht. Auskünfte und später Besuche würden dem Kind nicht schaden, so die Begründung der Oberrichter.

Das Bundesgericht verlangt mehr: Anders als bei den leiblichen Eltern lasse sich das Besuchsrecht von Drittpersonen seien dies Grosseltern oder Ex-Pflegeeltern einzig aus dem Interesse des Kindes ableiten. Pflegeeltern könnten solche Rechte deshalb nur wahrnehmen, wenn sie explizit dem Wohl des Kindes dienen, sich also positiv auswirken. Ob dies hier der Fall wäre, habe das Obergericht nicht abgeklärt, rügten die Bundesrichter. Sie wiesen das Obergericht deshalb an, diese Abklärungen nachträglich vorzunehmen und dann neu zu entscheiden.

Bundesgericht, Urteil vom 25. Mai 2009 (5A_100/2009)