Das Bundesgericht musste beurteilen, ob zwei Enkelinnen von ihrer gutsituierten Grossmutter Unterstützungsbeiträge fordern können - gestützt auf die Verwandtenunterstützungspflicht gemäss Art. 328/329 Zivilgesetzbuch (ZGB). Vom Vater konnten sie keine Alimente beziehen. Wie zuvor schon die kantonalen Instanzen wies auch das Bundesgericht die Klage ab, weil die Grossmutter nicht in «günstigen Verhältnissen» lebe, wie es das ZGB verlangt. Bei ihrem monatlichen Einkommen von 9690 Franken bleibt abzüglich des erweiterten Existenzminimums von 7190 Franken ein Überschuss von 2500 Franken - zu wenig, um die Enkelinnen zu unterstützen. Denn die Oma dürfte sogar monatliche Rückstellungen in der Höhe von 20'000 Franken für spätere Pflegebedürftigkeit machen.

Auch der Einwand der Klägerinnen, ihre Grossmutter lebe bescheiden, weshalb sie mehr übrig habe, fand kein Gehör: Der Grossmutter dürfe ein gehobener Lebensstil auch zugestanden werden, wenn sie bescheiden lebt. Die Verwandtschaft zweiten Grades lasse höhere Anforderungen an die Unterstützungspflicht zu. Das lässt vermuten, dass das Gericht die Verwandtenunterstützung in einem ähnlichen Fall zwischen direkten Verwandten bejaht hätte.

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Bundesgericht, Urteil vom 21. November 2007, (5C.186/2006)