Ein St. Galler Club hatte auf Plakaten, im Internet und im Radio für seinen «Schnägge-Fritig» geworben. Der Club pries an, dass dann «fast alle Getränke» nur fünf Franken kosten würden.

Das Alkoholgesetz verbietet Werbung für gebrannte Wasser, wenn sie preisvergleichende Angaben macht oder andere Vergünstigungen verspricht. Der Club argumentiere, dass er keine Vergünstigung versprochen habe. Es habe sich bloss um Preisangaben gehandelt.

Die Bundesrichter sahen das anders. Die Anpreisung, dass am «Schnägge-Fritig» fast alle Getränke – auch gebrannte Wasser – für fünf Franken abgegeben würden, wecke zwangsläufig die Meinung, dass der Preis an anderen Tagen höher sei. Ob die Vergünstigung wirklich gewährt werde, spiele keine Rolle. Entscheidend sei vielmehr, ob der Konsument von einer Vergünstigung ausgeht und ob die Gefahr bestehe, dass er sein Trinkverhalten ändert und wegen der Werbung mehr konsumiert. Das war hier der Fall – und die Werbung deshalb illegal.

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Bundesgericht, Urteil vom 6. Oktober 2010 (2C_468/2010)