Ein Automobilist fuhr auf einem auf 80 limitierten Autobahnabschnitt mit Tempo 144. Er bekam einen Strafbefehl mit einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen und einer Busse von 2000 Franken. Darauf entzog ihm die Administrativbehörde den Fahrausweis für zwei Jahre.

Der Autofahrer gelangte ans Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn, das den Ausweisentzug auf fünf Monate reduzierte, da die Tempoüberschreitung auf einer richtungsgetrennten Autobahn weniger riskant sei als auf einer Ausserortsstrecke. Gegen dieses Urteil legte das Bundesamt für Strassen beim Bundesgericht Beschwerde ein.

«Schwere Regelverletzung»

Das Bundesgericht hob den Entscheid des Verwaltungs­gerichts auf: Denn per 1. Januar 2013 habe der Gesetzgeber die «qualifiziert schwere Verkehrsregelverletzung» eingeführt, die eine minimale Entzugsdauer von zwei Jahren bedeutet. Gemäss ausdrücklicher Gesetzes­bestimmung fällt darunter, wer 60 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt, wo Höchsttempo 80 gilt. Die Mindestentzugsdauer könne unter keinen Umständen unterschritten werden. Nebenbei hielt das Gericht fest, dass schon die strafrechtliche Beurteilung fehlerhaft gewesen sei – der Strafbefehl hätte eigentlich auf mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe lauten müssen.

Bundesgericht, Urteil vom 20. Nov. 2014 (1C_397/2014)