Spass für Kinder wollte eine Bündner Gemeinde mit einem neuen Spielplatz bieten – doch dann wurde es ernst durch alle Instanzen: Ein Ehepaar erhob Einsprache gegen das Projekt – der zu erwartende Lärm sei unzumutbar. Vor Bundesgericht argumentierte das Paar, das kantonale Verwaltungsgericht als Vorinstanz habe in der Beurteilung der Lärmsituation sein Ermessen überschritten.

Die Lausanner Richter hielten fest, dass unnötiger Lärm laut Bundesgesetz über den Umweltschutz zwar unzulässig sei. Das dürfe aber nicht so verstanden werden, dass jeder unnötige Lärm völlig untersagt werden müsse. So sei der von Aktivitäten auf Spielplätzen, Jugendtreffpunkten oder offenen Restaurants ausgehende Lärm streng genommen nicht nötig. Diesen deshalb gleich zu untersagen sei aber welt- und lebensfremd und nicht im Sinn des Gesetzgebers.

Im Fall des Spielplatzes müsse man eine Interessenabwägung vornehmen zwischen dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung und dem Wunsch der Kinder, sich auszutoben. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung werde der Lärm von spielenden Kindern vom Durchschnittsmenschen nicht als unangenehm empfunden und sei somit hinzunehmen.

Bundesgericht, Urteil vom 7. März 2005 (1A.241/2004)

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