Ein heute 21-Jähriger be­endete 2008 die obligatorische Schulpflicht. Er machte keine Berufsausbildung und beging 2009 erste Straftaten. Die Jugendanwaltschaft Aargau liess den noch Minder­jährigen 2010 vorsorglich im Heim unterbringen. 2011 begann er eine Kochlehre.

Im Januar 2012 verurteilte ihn das Jugendgericht Muri wegen Vermögens- und Verkehrsdelikten zu zwölf Monaten Freiheitsentzug und ordnete die definitive Unterbringung an. Die Jugendanwaltschaft verlangte darauf von den Eltern rückwirkend ab April 2011 Unterhaltsbeiträge von monatlich 750 Franken für die Heimkosten.

Der Vater weigerte sich, Unterhalt für den inzwischen erwachsenen Sohn zu zahlen, und gelangte bis ans Bundesgericht. Er brachte vor, dass Eltern ihren mündigen Sohn nur bis zu jenem Zeitpunkt unterstützen müssten, an dem er eine Ausbildung normalerweise hätte abschliessen können. Sein Sohn habe die Kochlehre aber erst 2011 angefangen, also drei Jahre nach Schulaustritt. Das sei zu spät, um noch Unterhalt zu verlangen.

Die Lausanner Richter waren ganz anderer Meinung. Sie rügten die Eltern: Diese hätten sich in keiner Weise bemüht, den Sohn zu einer Berufsausbildung zu bewegen. Das sei zweifellos seine Erstaus­bildung: Die Eltern müssen bis zum Lehrabschluss des Sohnes Unterhalt zahlen.

Bundesgericht, Urteil vom 13. Mai 2013 (6B_739/2012)