Ein damals 31-jähriger Mann reiste 2011 mit seiner Partnerin durch Pakistan, wo die Taliban das Paar entführten. Er erhält nun von seiner Unfall­versicherung keine Geldleistungen. Das hat das Bundesgericht bestätigt. Die Unfallversicherung ist zwar offenbar davon ausgegangen, dass die Gefangennahme im Sinne eines Schreckereignisses als Unfall zu betrachten sei, verweigerte dem Mann aber sämtliche Geldleistungen – also zum Beispiel Taggeld und allenfalls Invalidenrente –, weil die Reise ein «absolutes Wagnis in besonders schwerem Fall» darstelle.

Auf Eskorte verzichtet

Das Paar hatte sich zur zweimaligen Durchquerung Pakistans entschlossen, obwohl gemäss den im Internet publizierten Reisehinweisen des Bundes eine besonders grosse Gefahrenlage bestand. Weder die Reisevorbereitung noch die besonderen Fähigkeiten der beiden als Polizisten hätten daran etwas ändern und die Gefahr auf ein vernünftiges Mass reduzieren können. Deshalb liege ein absolutes Wagnis vor. Als be­sonders schwerwiegend wurde beurteilt, dass das Paar auf der Rückreise die Route geändert und kurzfristig auf eine bewaffnete Eskorte verzichtet hatte.

Bundesgericht, Urteil vom 6. Febr. 2015 (8C_605/2014)