Ein Arbeiter in der Fleisch­verarbeitung war kurz vor Feierabend mit seinem Teamleiter am Tagesabschluss, als ein Kollege hinzutrat und ihn anfauchte, er solle «arbeiten und vorwärtsmachen». Der Angestellte entgegnete, er solle «abfahren und seine Arbeit machen». Der packte ihn am Kragen und schüttelte ihn. Es kam zur Prügelei.

Weil die Streithähne wegen der gewetzten Messer im Betrieb nicht mehr zusammen arbeiten sollten, wurden beide entlassen. Nun bestrafte die Arbeitslosenkasse den Mann wegen selbstverschuldeter Erwerbslosigkeit mit 34 sogenannten Einstelltagen, also Tagen, an denen sie kein Geld zahlte. Der Arbeiter war der Meinung, er habe aus Notwehr gehandelt, und kämpfte gegen die Sanktion der Kasse bis vor Bundesgericht.

Dummen Spruch überhören

Die höchsten Richter kamen zum Schluss, der Mann hätte andere Möglichkeiten gehabt, als mit Worten zu kontern und damit eine Prügelei zu provozieren – gerade weil auch der Vorgesetzte anwesend war. Er hätte den dummen Spruch überhören oder den Chef fragen können, was er tun solle. So könne auch keine Notwehrsituation vorgelegen haben, die es rechtfertigte, sich schliesslich zu prügeln. Sein Verhalten und die Kündigung seien vermeidbar gewesen. Die Strafe von 34 Einstelltagen sei rechtens.

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Bundesgericht: Urteil vom 12. Januar 2015 (8C_582/2014)