Zahlt ein Mann jahrelang Kinderalimente und stellt sich später heraus, dass er nicht der Vater des Kindes ist, kann er unter Umständen vom wahren Erzeuger die irrtümlich bezahlten Alimente zurückfordern – soweit noch keine Verjährung eingetreten ist. Dies hat das Bundesgericht vor kurzem entschieden.

Der angebliche Vater hatte seinen Sohn nach dessen Geburt im Jahr 1981 anerkannt und – gestützt auf einen Unterhaltsvertrag – fast 20 Jahre lang Alimente für ihn bezahlt. Die beiden pflegten keinen Kontakt miteinander.

Kurz nach dem Erreichen der Volljährigkeit klagte der vermeintliche Sohn vor Gericht, dass die Vaterschaft aberkannt und festgestellt werde, dass ein anderer Mann sein wirklicher Vater sei. Ein DNA-Gutachten erbrachte den entsprechenden Beweis.

Laut Bundesgericht bereicherte sich der wahre Erzeuger des Kindes ungerechtfertigt, indem er Alimente sparte. Umgekehrt habe der «falsche» Vater irrtümlich aus einem weggefallenen Grund Alimente bezahlt.

Offen gelassen hat das Bundesgericht, ob der angebliche Vater sein Geld auch dann hätte zurückfordern können, wenn er mit dem vermeintlichen Sohn regelmässig Kontakt gepflegt hätte.

Bundesgericht, Urteil vom 16. Oktober 2003 (5C.109/2003)

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