Ein Mann hatte 2005 unverschuldet einen Autounfall und erlitt dabei ein Schleudertrauma. Er machte daraufhin eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit geltend, legte der Suva zwei fingierte Arbeitsverträge mit einem Monatseinkommen von über 20'000 Franken vor und bezog Taggelder.

Die involvierte Haftpflichtversicherung wurde misstrauisch und liess den Mann beobachten. Sie stellte fest, dass er als Gitarrist und Leader einer Rockband bei zahlreichen Konzerten auftrat. Bei seinen Bühnenshows führte er heftiges «Headbanging» durch – rhythmisches Schütteln des Kopfes, das den Kopf- und Nackenbereich stark beansprucht. Er ging zudem in Bergün schlitteln und nahm an einem Intensiv-Fahrkurs teil.

Zu viel Bewegung, zu viel Lärm

Das alles war dem Bundesgericht zu viel. Der Mann habe bei den Shows keinerlei Anzeichen von Bewegungseinschränkungen gezeigt. Vor allem das ununter­brochene Wippen und Nicken mit dem Kopf passe nicht zum ausgeprägten subjektiven Leidensdruck, den er geltend gemacht habe. Auch der Lärmpegel an Rockkonzerten wäre für eine von Kopfschmerzen geplagte Person nicht erträglich. Der Rocker habe Ärzte und Ver­sicherung getäuscht. Das Gericht verurteilte ihn wegen Betrugs zu einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen.

Bundesgericht, Urteil vom 23. April 2013 (6B_531/2012)