Die Patientin liess wegen ­Allergien einen Bluttest machen, für den sie 490 Franken bezahlte. Weil die Test­ergebnisse nach längerer Zeit nicht vorlagen, verlangte sie das Geld zurück. Die Praxisassistentin teilte ihr mit, eine Rückerstattung sei nicht möglich. Sie könne ihr aber eine neue Quittung ausstellen, mit der sie die Kosten von der Kranken­kasse rückvergütet erhalte. Sie schickte der Patientin eine Quittung für Behandlungen, die nicht gemacht worden waren, aber von der Kasse übernommen werden.

Das Amtsgericht Solothurn verurteilte den Heilpraktiker und seine Assistentin wegen Urkundenfälschung. Der Mann kämpfte weiter bis vor Bundesgericht und machte geltend, die Assistentin habe ohne seine Instruktion gehandelt. Das Bundesgericht stützte jedoch das Urteil der Solothurner Richter. Sie hätten weder willkürlich entschieden noch den Grund­satz «Im Zweifel zugunsten des Angeklagten» verletzt. Es sei keineswegs willkürlich, dass man annimmt, der Heilpraktiker habe seine Assistentin instruiert, eine neue Quittung auszustellen.

Bundesgericht, Urteil vom 1. März 2011 (6B_831/2010)