Einem aus dem Kosovo stammenden Schweizer wurde der Familiennachzug für seinen 17-jährigen, im Kosovo lebenden Sohn aus einer früheren Beziehung verwehrt. Das Aargauer Migrationsamt stützte sich dabei auf das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern (ANAG).

Dieses Gesetz erlaubt den Familiennachzug für Kinder ohne Schweizer Pass nur, wenn die gesamte Familie zusammengeführt wird oder bei einer vorrangigen Beziehung zum in der Schweiz lebenden Elternteil. Diese Voraussetzungen waren hier nicht erfüllt.

Wäre der Vater nicht Schweizer, sondern Bürger eines EU- oder Efta-Staates, hätte sein Sohn problemlos nachziehen können. Denn dann käme statt des ANAG das weniger restriktive Freizügigkeitsabkommen zur Anwendung.

Eine solche Diskriminierung von Schweizern gegenüber EU- und Efta-Bürgern sei nicht hinzunehmen, entschied das Rekursgericht im Ausländerrecht des Kantons Aargau.

Der Nachzug des Sohns sei zu gestatten. Es stellte sich damit gegen das Bundesgericht, das einen ähnlichen Fall aus dem Kanton Zürich zu beurteilen hatte.

Rekursgericht im Ausländerrecht des Kantons Aargau, Urteil vom 15. August 2003 (BE.2003.00031)

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