Bei der Scheidung im Jahr 2003 vereinbarte ein Elternpaar, dass der Vater für die Schulkosten des Sohnes in einem Internat in Indien allein aufkommt. Per August 2010 wechselte der Sohn jedoch auf ­eine Highschool in den USA. ­Wegen der nun erheblich höheren Kosten klagte der Vater auf eine ­Beteiligung der Mutter.

Die Mutter, zu 50 Prozent erwerbstätig, machte zunächst geltend, nach diversen Erkrankungen sei für sie eine Erhöhung des Arbeits­pensums und damit eine Beteiligung an den Schulkosten nicht ­zumutbar. Doch die Bundesrichter konnten aus dem Arztzeugnis ­keine noch bestehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ersehen und verpflichteten sie, sich mit 575 Franken pro Monat an den Schulkosten zu beteiligen. Doch ab wann sollte diese Pflicht gelten?

Nicht rückwirkend zahlen

Entgegen dem vorgängigen Urteil des Bezirks- sowie des Kantons­gerichts waren die Bundesrichter der Ansicht, dass die Mutter erst vom Schulwechsel erfahren hatte, als der Vater im Oktober 2010 die Klage einleitete. Daher sei es nicht zulässig, sie bereits ab 1. August 2010 zur Bezahlung der Kinder­alimente zu verpflichten.

Das ­Gericht gewährte der Mutter einen Aufschub von sechs Monaten ab Einleitung der Klage. Sechs Monate seien genügend Zeit für eine ­Umstellung der Lebensver­hält­nisse, wenn die Erwerbstätigkeit aufgenommen oder ausgeweitet werden soll.

Bundesgericht, Urteil vom 12. Juni 2013 (5A_693/2012)