In Zeitungsinseraten und im Internet hatten die Ragunt-Vermittler Partnersuchenden versprochen, dass sie «einfach und schnell» mit «real existierenden Interessenten» verbunden würden, wenn sie auf bestimmte 0901-Nummern anriefen.

Am Telefon hielt man die Anrufenden dann absichtlich lange hin. Bei Kosten zwischen Fr. 3.13 und 4.99 pro Anruf und zusätzlich pro Minute wurde das schnell extrem teuer (siehe Artikel zum Thema «Partnervermittlung: 150'000 Franken weg»). Nach Berichten in Beobachter und «Kassensturz» prüfte das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) mit drei Testanrufen die Geschäftsmethoden der Firma – und widerrief die Mehrwertdienstnummern wegen Missbrauchs. Dagegen erhob die Ragunt AG Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht schützte den Bakom-Entscheid. Die Versprechungen seien systematisch gebrochen und Konsumenten mit Ausreden im Glauben gelassen worden, der Kontakt komme gleich zustande. Zudem hätten sich die angeblichen Traumpartner teils als Angestellte der Firma entpuppt. Diese Methoden verstiessen gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Bundesverwaltungsgericht, 20. November 2009 (A-5335/2009)