Die Frau war ausgesteuert worden und erhielt die Kün­digung ihrer Wohnung, die 1050 Franken im Monat kostete. Kurz vor Ablauf der erstreckten Kündigungsfrist unterschrieb die Frau einen Vertrag für eine Wohnung, deren Miete 1400 Franken ­betrug. Das Sozialamt der Gemeinde Affoltern am Albis weigerte sich, die Differenz von 350 Franken zu bezahlen. Gemäss seinen Richtlinien werde nur ein Maximum von 1050 Franken übernommen.

Auf Anraten des Beobachters wehrte sich die Frau bis vor Verwaltungsgericht – mit ­Erfolg. Die Richter stellten in diesem Grundsatzurteil fest, dass interne Richtlinien keine direkte Wirkung gegen aussen haben. Es sei fraglich, ob der Betrag von 1050 Franken noch realistisch sei. Die Frau sei nicht freiwillig um­gezogen. Sie habe intensiv gesucht, und es sei nach­vollziehbar, dass sie immer besorgter wurde: «Unter ­diesen Umständen ist es ihr nicht vorzuwerfen, dass sie die Gelegenheit ergriff.»

Die Gemeinde muss nun die ­höhere Miete übernehmen, bis sich für die Frau eine günstigere Wohnung finden lässt.

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, Urteil vom 18. August 2011 (VB.2011.00333)