Herr X holte daraufhin zweimal die Zustimmung der anderen Stockwerkeigentümer ein. Alle ausser Y waren mit dem breiteren Schutz einver­standen. Verärgert zerstörte Y mit einer Spitzhacke den Sichtschutz. Als X ihn wieder errichtete, montierte Y ihn kurzerhand ab und verschmälerte ihn in seiner Werkstatt um 30 Zentimeter.

Vor den St. Galler Vorinstanzen wie auch vor Bundes­gericht befand der Mann mit der Spitzhacke, sein Vor­gehen sei eine einfache Verwaltungshandlung gewesen, die jedem Miteigentümer erlaubt sei. Überdies sei der Schaden von rund 70 Franken so gering, dass er Anspruch auf Strafbefreiung habe. Der Beschluss der Eigentümer sei zudem nichtig gewesen, da er einstimmig hätte erfolgen müssen.

Ob Einstimmigkeit nötig gewesen wäre, liess das Bundesgericht offen. Das gewaltsame Vorgehen sei aber keine zulässige Verwaltungs­handlung. Die Richter ver­urteilten Y zu einer Busse von 700 Franken wegen mehrfachen geringfügigen Vermögensdelikts durch Sachbeschädigung.

Bundesgericht, Urteil vom 4. Oktober 2010 (6B_669/2010)

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