In der Nachrichtensendung «Téléjournal» berichtete das Westschweizer Fernsehen um 19.30 Uhr über das Internationale Festival des Fantastischen Films in Neuenburg. Der Beitrag befasste sich mit Gore, einer besonders brutalen Art von Horror­filmen, und zeigte Beispiele.

Mehrere Zuschauer wandten sich empört an die Unab­hängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen.

Die SRG als verantwortliche Trägerschaft wehrte sich und berief sich vor Bundes­gericht auf die Medien- und Meinungsäusserungsfreiheit.

Die obersten Richter stellten klar, im gesamten «Téléjour­nal»-Bericht seien Gewalt, Sadismus und Perversion präsent gewesen. Man habe zwar keine Gewaltverherr­lichung bezweckt, sondern das problematische Gore-Genre darstellen wollen. Gore-Filme und erst recht die gezeigten Szenen seien verstörend und keinesfalls für ein junges Publikum bestimmt. Um diese Zeit, also um 19.30 Uhr, würden sich aber regelmässig Familien mit ihren Kindern die Nachrichten ansehen. Da habe auch nichts genützt, dass die TV-Station unmittelbar vor Ausstrahlung der Sendung eine Warnung platzierte.

Der Beitrag verstosse somit gegen Jugendschutzbestimmungen des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen.

Bundesgericht, Urteil vom 27. November 2012 (2C_738/2012)