Kam am 5. Oktober 2010 bei einem Verkehrsunfall in den USA ums Leben: Gotthard-Sänger Steve Lee

Nach dem Tod von Steve Lee war die Band gezwungen, diverse Konzerte abzusagen. Sponsoren sprangen ab, und Konzertangebote für das folgende Jahr blieben aus. Die von der Band gegründete Kollektivgesellschaft, über die die Geschäftstätigkeiten und die Organisation von Gotthard liefen, ersuchte daher für ihre beiden Mitarbeiter um Kurzarbeitsentschädigung von Dezember 2010 bis Mai 2011.

Die Luzerner Behörden hiessen das Gesuch gut. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erhob jedoch Beschwerde, weil kein Härtefall vorliege, den das Gesetz aber verlange. Das Bundesgericht hat dem Seco nun recht gegeben und festgestellt, dass kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht.

Laut Bundesgericht gehören Arbeitsausfälle, die etwa durch einen Gefängnisaufenthalt, durch Krankheit oder Tod der Identifikationsfigur einer Band entstehen, zum normalen Betriebs­risiko: «Ein solches Risiko trifft alle Unternehmungen, deren Erfolg auf der Persönlichkeit eines einzelnen oder weniger Menschen gründet.»

Bundesgericht, Urteil vom 1. Mai 2012 (8C_741/2011)