Das Bundesgericht gab einer Rentnerin recht, die sich nicht mit einer viel geringeren Entschädigung zufriedengeben wollte.

Die AHV-Rentnerin hatte keine eigene berufliche Vorsorge der zweiten Säule. Das kantonale Gericht verweigerte die hälftige Teilung des Guthabens und verwies auf den Wortlaut des Geset­zes: Nach diesem dürfen die PK-Guthaben bei der Scheidung nicht geteilt werden, wenn bei einem der Ehegatten davor bereits ein «Vorsorgefall» eingetreten ist.

Das Bundesgericht hat nun klargestellt, dass der Eintritt ins AHV-Alter für sich allein keinen «Vorsorgefall» darstellt, dafür bräuchte es zusätzlich eine berufliche Vorsorge. Nur dann wäre es legitim, der Frau lediglich ­eine angemessene – oft niedrigere – Entschädigung auszuzahlen.

Das Bundesgericht fand es rechtens, auch nach sehr kurzer Ehe auf der hälftigen Teilung der während dieser Zeit gesparten Pensions­kassengelder zu bestehen. Schliesslich habe die Klägerin nur eine AHV und Ergänzungsleistungen, während ihr Ehemann deutlich besser dastehe.

Bundesgericht, Urteil vom 27. August 2010 (5A_304/2010)