In beiden Fällen, die das Gericht zu beurteilen hatte, waren die Autoskooter-Lenker beim Zusammenstoss mit dem Kopf am Lenkrad aufgeschlagen und hatten sich dabei an den Zähnen verletzt. Im ersten Fall hatte das Gericht das Vorliegen eines Unfalls verneint - mit der Begründung, dass der Zusammenstoss zweier Autoskooter nicht ungewöhnlich sei und der Aufprall am Lenkrad «nicht ausserhalb des Alltäglichen und Üblichen» liege.

Diese Praxis hat das Gericht nun aufgegeben: Das Aufschlagen des Kopfes am Lenkrad sei ein nicht regelmässig bei Autoskooter-Fahrten vorkommendes Ereignis und deshalb ungewöhnlich. Wer sich beim Zusammenstoss zweier «Putschautos» am Lenkrad die Zähne verletzt, erleidet deshalb versicherungsrechtlich einen Unfall, so dass die zuständige Versicherung die Zahnarztkosten übernehmen muss.

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  • Eidgenössisches Versicherungsgericht, Urteil vom 4. November 2005 (K 90/03)
  • Bundesgericht, II. sozialrechtliche Abteilung, Urteil vom 18. Januar 2008 (K 136/06)