Zunächst lebten die Eltern des heute neunjährigen Mädchens im Konkubinat. Nach der Trennung sah sich die Mutter nicht in der Lage, das Kind zu betreuen, und so übertrug die Vormundschaftsbehörde - auf Ersuchen der Eltern - die elterliche Sorge auf den Vater. Obwohl das Kind seit der Trennung der Eltern im Jahr 1999 beim Vater lebt, behielt es dem Gesetz entsprechend den Familiennamen der Mutter.

Anfang 2003 stellte der Vater für seine Tochter ein Namensänderungsgesuch. Gemäss Gesetz kann die Regierung des Wohnsitzkantons einer Person die Änderung des Namens bewilligen, wenn wichtige Gründe vorliegen. Sowohl die Direktion der Justiz und des Innern als auch das Obergericht des Kantons Zürich lehnten das Gesuch ab. Dass das Mädchen beim Vater lebe und unter dessen elterlicher Sorge stehe, sei kein wichtiger Grund.

Erst das Bundesgericht kam zu einem anderen Schluss. Ein wichtiger Grund liege vor, wenn der Name konkrete und ernsthafte soziale Nachteile verursache. Der Umstand, dass das Mädchen dem Vater zugesprochen worden war, stelle einen wichtigen Grund dar, befanden die höchsten Richter und bewilligten das Namensänderungsgesuch.

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Bundesgericht, Urteil vom 22. Mai 2006 (5C.7/2006)


Dossier «Recht»

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