Es klingt wie ein schlechter Krimi: Wegen einer angeblichen Sachbeschädigung bei einer Strolchenfahrt in einem Gartencenter führen fünf Polizisten frühmorgens eine Hausdurchsuchung mit anschliessender Festnahme durch.

Der Vorwurf gegen den 15-Jährigen löst sich zwar später in Luft auf, aber die Eltern des Beschuldigten sitzen nun auf happigen Anwaltskosten. Beobachter-Experte Daniel Leiser sagt, wie Betroffene sich wehren können – in der neuen Ausgabe «Ein Fall für SRF 3 – Recht verdrehte Rechtsfälle».

Die 3 wichtigsten Tipps zum Thema:

  1. Verlangen Sie bereits vor der Einvernahme, dass Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt dabei sein kann. Allerdings sollten Sie dafür besorgt sein, dass Ihre Verteidigung Zeit für Sie hat, denn die Strafprozessordnung (StPO) verleiht ihr ausdrücklich keinen Anspruch auf Verschiebung der Einvernahme.
  2. Vergewissern Sie sich, weshalb Sie zur Einvernahme vorgeladen sind. Verweigern Sie Ihre Aussage so lange, bis die Beamten Ihnen sagen, was Ihnen zur Last gelegt wird. Bestehen Sie darauf, dass Ihnen angebliche Beweismittel gezeigt werden (Zeugenaussagen, Gutachten, Urkunden etc.), bevor Sie dazu Stellung nehmen.
  3. Wollen Sie (noch) nicht aussagen, geben Sie das klar und deutlich zum Ausdruck: «Ich sage nichts.» Und bleiben Sie dabei – selbst wenn die Beamten nachhaken und Ihnen Nachteile in Aussicht stellen. Denken Sie daran: Schon Gespräche über scheinbare Belanglosigkeiten widersprechen der Aussageverweigerung. Stellungnahmen wie «ich kann mich nicht mehr erinnern» oder Erklärungen, warum Sie nicht aussagen, sind bereits Aussagen, die gegen Sie verwendet werden können. Lügen Sie nicht; früher oder später verheddern Sie sich in Widersprüchen.
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